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Als '''Kölner Klüngel''', '''Kölscher Klüngel''' ( bzw. ?vernetzt sein?.

Wortherkunft

Der Begriff ''Klüngel'' ist abgeleitet vom : ''Neuer kölnischer Sprachschatz.'' Greven Verlag, Köln 1956?1958. Zweiter Band K - R, ISBN 3-7743-0156-5, Seite 55 links unten.</ref>

Der früheste Beleg des Wortes mit der Bedeutung ?betrügerische Machenschaften? stammt aus dem Jahr 1782 und steht im Zusammenhang mit der städtischen Lotterie.

Verwandte Begriffe mit ähnlichem Sinn sind das Verb und das Substantiv Mauschelei.

Bedeutung

Im ist die Bedeutung von ?Klüngel? vielschichtiger als das, was davon in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch übernommen wurde. In seinem Wörterbuch ''Neuer kölnischer Sprachschatz'' schreibt der Sprachforscher fast eine ganze Seite über die Bedeutungen der Wörter aus diesem Wortfeld. Interessant ist insbesondere, dass eine ungenaue, nachlässig ausgeführte Arbeit als ?''''? gilt, wie auch einige andere Wörter nicht nur einen liederlichen oder schlampigen Umgang mit den Regeln des Anstands, sondern auch der Sorgfalt beinhalten. Ein Klüngel ist auch einfach eine Gruppe miteinander verbundener Menschen, die nicht unbedingt Böses im Schilde führen müssen. Da ?Klüngeleien? jedoch regelmäßig keiner öffentlichen Kontrolle unterworfen sind, besteht stets das Risiko von unausgewogenen und nicht immer alle berechtigten Interessen berücksichtigenden Entscheidungsprozessen.

Im deutschen Sprachgebrauch wird dagegen lediglich das Unter-der-Hand-Handeln, die geheimen Absprachen, und ggf. die illegitime Vorteilsnahme und -Gewährung mit dem Klüngel assoziiert. Außerhalb Kölns wird hierfür der Begriff nahezu synonym verwendet. Eine positiv wertende Bezeichnung des Aufbaus eines Beziehungsgeflechts ist ?? (Aufbau und Nutzung von Netzwerken). Mitgliedern eines Netzwerkes kommt es meistens nur auf die Generierung wechselseitiger Vorteile für die am Netzwerk Beteiligten, nicht aber auf einen Nutzen für Dritte an (z. B. Kunden, Unternehmen, Gesellschaft oder Staat).

Der Autor : ''Jeder redet hier mit jedem, das ist die rheinische Form der Demokratie.''

Ein scharfer Kritiker des Klüngels dagegen ist der Autor , der in seinem Buch ''Colonia Corrupta'' Klüngel als ?nationales Entlastungsklischee? bezeichnet und an zahlreichen Beispielen von Adenauer bis zum die illegalen Machenschaften als schwere Korruption entlarvt.

Historische Entwicklung

Frühe Beispiele des Klüngels kann man im Zusammenhang mit der enormen in Köln, im Mittelalter einer der bedeutendsten sorte Deutschlands, erkennen (siehe hierzu auch das und die Legende der mit den 11.000 Jungfrauen und ihre spätere Ausformung).

Nach der 1288 übernahmen 15 Patrizierfamilien vom Erzbischof das Stadtregiment und lenkten die Politik ihrer Stadt nach eigenem Gusto. 1396 erzwangen die erstarkten Kaufleute und Handwerker im ?Verbundbrief? mit ihren politischen n eine (in ersten Ansätzen demokratische) Teilhabe an der Politik. Bürgermeister und Ratsmitglieder aus immer denselben Familien sind jedoch ein Indiz dafür, dass sich nur teilweise etwas geändert hatte. Dieses System galt bis in die Zeit der und endete mit der Besetzung Kölns durch französische Revolutionstruppen .

Nach 1815 gehörte Köln zu , womit die Kölnische Stadtverwaltung unter preußische Aufsicht kam, was manchen Auswüchsen des Klüngels Einhalt gebot. So galt beispielsweise die Regel, dass niemals Vater und Sohn gleichzeitig ein Amt im Rat bekleiden durften. Politische Würdenträger sollten wohlhabend und damit unempfindlich für illegitime Geldeinnahmen im Amt sein.

Eine Seite des berühmten ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters und späteren ersten Kanzlers der Bundesrepublik im Gegenwert von 2,8 Millionen Reichsmark, von denen er jedoch nur 1,8 Millionen aufbringen konnte. Adenauer ? im Aufsichtsrat der Deutschen Bank ? erhielt von dieser die fehlende Million als Kredit. Durch den Börsencrash in New York stürzten die Glanzstoff-Kurse von 99 auf 25 US-Dollar ab, sodass ein Freund ihm ?leihweise? mit der Kreditrückzahlung aushalf. Es kam aber nie zur Rückgabe, weil der Jurist Adenauer der Auffassung war, dass er bei dieser Leihe nichts ?zurückzugeben brauchte?.

, Kölner Oberbürgermeister zur Zeit der , wird die Parole ?Mer kennt sich, mer hilft sich? zugeschrieben. Nach dem kam das Prinzip weiterhin zur Anwendung. Beförderungslisten der Stadtverwaltung kursierten bei der herrschenden Partei und wurden nach Gutdünken geändert. Unqualifizierte ?Schwächte? besetzten hoch dotierte Posten bei den stadtnahen Gesellschaften. Ein Psychiater wurde Aufsichtsratsvorsitzender des Köln/Bonner Flughafens, ein ehemaliger Verwaltungsinspektor dessen Technischer Direktor.

Ein Beispiel für einen aufgeflogenen kriminellen Klüngel war der Skandal um den Neubau der in den finanziellen Ruin.

Auf niedrigerer Ebene geschieht der Klüngel weiterhin in den bürgerlichen Vereinen Kölns, so z. B. in den großen Karnevalsgesellschaften. Dort wird nicht nur der Karneval organisiert, sie sind auch ein wichtiges Forum für Kontakte und geschäftliche Beziehungen.

Von Köln vom 21. November 2002; unter .</ref>

Medien

Mediale Bewertung

?Korruption ist Klüngeln ohne Charakter? schrieben Bennack und Uhlenbruch in ihrem 2003 erschienenen Buch ''Humor als kölsche Philosophie''.

In seiner Dissertation beschrieb (siehe ) unter anderem die Krux um Oberbürgermeister , der Mühe hatte, die Anforderungen des Amtes ? nach Abschaffung der ?? aus politisch-repräsentierendem Oberbürgermeister einerseits und Oberstadtdirektor als Verwaltungsleiter andererseits ? als Repräsentant und gleichzeitiger Chef der Verwaltung zu bewältigen. In Süddeutschland ist diese Form der politischen dagegen seit Jahrzehnten etabliert. Überall zog als Fazit: ?Ohne (positiven) Klüngel wäre Demokratie kaum machbar!?.

Dagegen kritisiert Werner Rügemer in seinem Buch ''Colonia Corrupta'' diese Haltung des Frank Überall und demaskiert den verharmlosenden Begriff ''Klüngel'' als Korruption.

Ein weiteres Augenmerk gilt der seit 2001.

Der Autor des Fernsehfilms ''Der König von Köln'' (ARD, 2019), , sagt über den ?Kölschen Klüngel?, dort handle man strikt nach dem Prinzip: ?Man kennt sich, man hilft sich?.

Siehe auch

  • ,

Literatur

  • , 2007).
  • Standardwerk zum Phänomen politischer Korruption am Beispiel des ?Kölner Klüngels?).
  • Peter Demant: ''Die Stadtpaten oder Die Müllmafia''. Dokumentarischer Köln-Krimi, Schardt, Oldenburg 2005, ISBN 3-89841-174-5.
  • Norbert Feldhoff: ''Kölscher Klüngel. Gestern, heute, morgen und überall.'' Bachem, Köln 1996, ISBN 3-761-62034-9.
  • : ''Kränzchen, Mäkelei und Klüngel. Kommunale Schriftführung in deutschen Städten zwischen Arkanpolitik und Öffentlichkeit (16.-18. Jahrhundert)'', in: Sprachwissenschaft 41 (2016), H. 3/4, S. 243?269.

Weblinks

  • aus der taz-Köln
  • vom 31. Januar 2017
  • Jendrik Scholz: , in: Jungle World 3. April 2002

Einzelnachweise